Arbeit und Gehalt

Gehaltsstatistik: die Begriffe dieser Seite

Das sind die Begriffe, die auf unseren Gehaltsseiten immer wieder vorkommen — hier einmal ausführlich erklärt, damit jede Seite darauf verlinken kann, statt die Erklärung zu wiederholen.

Median und Mittelwert

Der Median ist der mittlere Wert, wenn alle Gehälter der Größe nach aufgereiht werden: die Hälfte verdient weniger, die Hälfte mehr. Der Mittelwert ist das einfache arithmetische Mittel. Wenige sehr hohe Gehälter ziehen den Mittelwert nach oben, ohne den Median zu verändern — der Median beschreibt daher meist besser, was eine typische Person verdient.

Perzentil

Ein Perzentil teilt die Verteilung in 100 gleiche Teile. Perzentil 10 ist der Wert, unter dem nur ein Zehntel verdient; Perzentil 90 der Wert, über dem nur ein Zehntel liegt. Mehrere Perzentile zeigen die ganze Spannweite statt nur eines Durchschnitts.

Brutto und Netto

Brutto ist das, was ein Arbeitgeber vor Steuern, Sozialabgaben und sonstigen Abzügen zahlt. Netto ist das, was danach tatsächlich auf dem Konto landet. Eine Zahl, die nicht ausdrücklich angibt, welche der beiden sie ist, gilt in der Regel als brutto — so veröffentlichen die meisten amtlichen Erhebungen ihre Zahlen.

Vollzeitäquivalent

Eine Umrechnung von Teilzeitstunden auf das Gehalt, das dieselbe Stelle in Vollzeit erzielen würde, damit eine Zwei-Tage-Stelle fair mit einer Fünf-Tage-Stelle verglichen werden kann. Zahlen, die Vollzeit und Teilzeit ungewichtet mischen, unterschätzen meist das typische Vollzeitgehalt.

Variationskoeffizient

Ein Maß dafür, wie stark eine Schätzung danebenliegen könnte, ausgedrückt als Prozentsatz der Schätzung selbst. Statistikbehörden kennzeichnen damit Zahlen, die auf einer zu kleinen Stichprobe beruhen: Ein hoher Variationskoeffizient bedeutet, dass die Zahl nur als grobe Größenordnung zu lesen ist.

Entgelttabelle

Eine veröffentlichte Tabelle fester Entgeltstufen oder -gruppen, die ein Arbeitgeber — meist im öffentlichen Dienst — für eine bestimmte Stelle einhalten muss, etwa eine Entgeltgruppe des TV-L. Innerhalb der Tabelle steigt das Gehalt in der Regel mit der Beschäftigungsdauer, nicht durch Einzelverhandlung.

Tarifvertrag

Eine zwischen Arbeitgeber oder Arbeitgeberverband und Gewerkschaft ausgehandelte Vereinbarung über Entgelt und Arbeitsbedingungen, die für alle Erfassten bindend ist. Entgelttabellen im öffentlichen Dienst entstehen in der Regel so, weshalb sie sich nach einem festen Fahrplan ändern statt nach dem Willen eines einzelnen Arbeitgebers.

Mindestlohn

Das gesetzlich niedrigste erlaubte Stunden- oder Monatsentgelt. Er ist eine Untergrenze, kein typisches Gehalt, und sagt für sich allein wenig darüber aus, was ein bestimmter Beruf tatsächlich zahlt — manche Länder legen ihn gesetzlich fest, andere überlassen Lohnuntergrenzen den Branchentarifen.

Berichtszeitraum

Der Zeitpunkt oder Zeitraum, den eine veröffentlichte Zahl tatsächlich beschreibt. Lohnerhebungen brauchen Monate zur Erhebung und Aufbereitung, der Berichtszeitraum liegt daher meist deutlich vor dem Veröffentlichungsdatum und immer vor dem Tag, an dem die Zahl gelesen wird.

Berufsklassifikation

Ein einheitlicher Code, der ähnliche Berufe zusammenfasst, damit Lohnstatistiken über Arbeitgeber und Zeit hinweg vergleichbar sind — die EU verwendet dafür ISCO. Derselbe Berufstitel kann je nach verwendeter Klassifikation in unterschiedlichen Codes landen.

Fonte: Structure of Earnings Survey — Eurostat.